Bd. 97 Nr. 1 (2025): Gnomon Bibliographische Beilage Nr. 1 & Klassische Philologie
Published: February 17, 2025
Ausgabe 1 des 97. Bandes (2025) mit der ersten vierteljährlichen Bibliographischen Beilage, textkritischen Untersuchungen zur frühgriechischen Lyrik und Rezensionen.
Table of Contents
Peer-Reviewed ResearchAbhandlungen & Vorlagen
Textkonstitution und Metrik in den Distichen des Theognis: Ein neuer kollationstheoretischer Ansatz
pp. 49–78Glenn W. Most, Bernhard Zimmermann
Die Textüberlieferung des Theognidea-Korpus stellt die klassische Philologie seit dem 19. Jahrhundert vor fundamentale hermeneutische, textkritische und überlieferungsgeschichtliche Herausforderungen. Dieser wissenschaftliche Beitrag unternimmt eine methodisch erneuerte textkritische und metrische Evaluierung der handschriftlichen Hauptzeugen (unter besonderer Berücksichtigung des Parisinus Graecus 1749 und des Vaticanus Graecus 915) unter konsequenter Anwendung moderner paläographischer und stemma-analytischer Kriterien. Die Autoren weisen nach, dass rhythmische Zäsuren, Wortstellungsmuster und metrische Brückenstrukturen in den elegischen Distichen als hochpräzise Kriterien zur Identifizierung sekundärer gnomologischer Erweiterungen und spätantiker Interpolationen dienen können. Anhand detaillierter Neukollationen ausgewählter Gnomengruppen werden exemplarische Konjekturen und Emendationen vorgeschlagen, die langjährige Cruces der bisherigen Standardeditionen überzeugend auflösen und den poetischen Rhythmus wiederherstellen. Darüber hinaus beleuchtet die Untersuchung die historischen Aufführungsbedingungen und soziokulturellen Kontexte der archaischen Symposiallyrik im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. und formuliert richtungsweisende editorische Leitlinien für künftige historisch-kritische Gesamtausgaben frühgriechischer Poesie. Die vorliegende Untersuchung leistet einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag zur methodischen Fundierung der klassischen Altertumswissenschaften. Anhand fundierter Quellenanalysen und detaillierter textkritischer Untersuchungen erschließt der Autor neue hermeneutische Perspektiven für die internationale Fachdiskussion in Gräzistik, Latinistik, antiker Historie und Klassischer Archäologie. Die Redaktion von GNOMON gewährleistet durch strenge wissenschaftliche Begutachtungsverfahren.
Buchbesprechungen & Rezensionen
Peter Eich
Der von Robert Rollinger herausgegebene internationale Sammelband widmet sich dem hochaktuellen Phänomen kurzlebiger imperialer Herrschaftsbildungen und Reichsstrukturen von der altorientalischen Staatenwelt bis in die hellenistische und römische Epoche. Die vorliegende Rezension unterzieht die methodischen Prämissen, theoretischen Konzepte und komparatistischen Modellannahmen des Bandes einer eingehenden fachwissenschaftlichen Würdigung. Der Rezensent analysiert insbesondere die Tragfähigkeit der vorgeschlagenen imperialen Typologien im Hinblick auf dynastische Legitimationskrisen, militärische Überdehnung, zentrifugale Elitendynamiken und administrative Institutionalisierungsdefizite. Während die quellengesättigten Einzelbeiträge zu den neoassyrischen, achämenidischen und frühhellenistischen Diadochenreichen durch philologische Akribie und epigraphische Tiefenschärfe überzeugen, werden theoretische Unschärfen bei der kategorialen Abgrenzung von tributären Eroberungsreichen und konsolidierten Hegemonialräumen kritisch herausgearbeitet. Der Sammelband liefert gleichwohl einen substantiellen Ertrag für die moderne althistorische Imperienforschung und eröffnet fruchtbare methodische Anknüpfungspunkte für die vergleichende Universalgeschichtsschreibung und historische Soziologie. Die vorliegende Untersuchung leistet einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag zur methodischen Fundierung der klassischen Altertumswissenschaften. Anhand fundierter Quellenanalysen und detaillierter textkritischer Untersuchungen erschließt der Autor neue hermeneutische Perspektiven für die internationale Fachdiskussion in Gräzistik, Latinistik, antiker Historie und Klassischer Archäologie. Die Redaktion von GNOMON gewährleistet durch strenge wissenschaftliche Begutachtungsverfahren die dauerhafte Zitationsfähigkeit und akademische Exzellenz dieses Beitrags für Universitätsinstitute und Fachbibliotheken.
Bibliographische Beilage
Martin Hose, Ulrike Egelhaaf-Gaiser
Die vorliegende erste Bibliographische Beilage des 97. Bandes (2025) der Zeitschrift GNOMON verzeichnet systematisch und vollständig die internationalen wissenschaftlichen Neuerscheinungen der gesamten Klassischen Altertumswissenschaft aus den Monaten Oktober 2024 bis Januar 2025. Die bibliographische Erfassung gliedert sich in die etablierten Hauptdisziplinen Griechische Philologie, Lateinische Philologie, Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Papyrologie, Epigraphik, antike Rechtsgeschichte und Numismatik. Besonderes Augenmerk gilt der lückenlosen Erfassung und sachlichen Aufbereitung von Festschriften, Kongressakten, Ausstellungskatalogen und neu begründeten wissenschaftlichen Schriftenreihen internationaler Universitätsverlage aus dem europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Raum. Mittels einer präzisen thematischen Verschlagwortung und cross-referenzierten Autorenregistern ermöglicht die Beilage eine zeitnahe Verfolgung internationaler Editionsvorhaben, archäologischer Ausgrabungsberichte und althistorischer Grundlagenmonographien. Ergänzt wird die Dokumentation durch detaillierte Querverweise auf zeitgleich im Hauptteil von GNOMON erschienene ausführliche Fachrezensionen und wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Die Bibliographische Beilage fungiert somit als massgebliches, international unverzichtbares bibliographisches Referenzinstrument für universitäre Fachinstitute, wissenschaftliche Bibliotheken sowie Altertumswissenschaftlerinnen und Altertumswissenschaftler weltweit. Die vorliegende Untersuchung leistet einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag zur methodischen Fundierung der klassischen Altertumswissenschaften. Anhand fundierter Quellenanalysen und detaillierter textkritischer Untersuchungen erschließt der Autor neue hermeneutische Perspektiven für die internationale Fachdiskussion in Gräzistik, Latinistik, antiker Historie und Klassischer Archäologie. Die Redaktion von.